„Am Anfang eines Menschenlebens stehen nicht Kampf und Konkurrenz, sondern Wohlwollen und Zuneigung.“

Diesen Text von Josef Burckmoser aus den Salzburger Nachrichten vom 24.12.2017 habe ich sehr interessant gefunden, daher möchte ich einen Auszug daraus mit euch hier teilen:

„Eine italienische Wissenschafterin hat über das Verhalten von Zwillingen im Mutterleib geforscht und dabei eine berührende Feststellung gemacht. Die beiden Winzlinge haben bereits in der Gebärmutter miteinander Kontakt aufgenommen. Von Fruchtblase zu
Fruchtblase. Sie versuchten einander mit ihren Fingerchen zu erreichen und machten dabei ansatzweise streichelnde Bewegungen.
Die Studie ist ein anschaulicher Beweis dafür, dass der Mensch von klein auf – nicht erst von der Geburt, sondern ab den ersten
Lebensmonaten des Fötus – auf den anderen bezogen ist. Genauer gesagt: mit Wohlwollen und Empathie auf den anderen bezogen ist.
Nach menschlichem Ermessen und nach dem, wie wir uns oft im späteren Leben gerieren,wäre das genaue Gegenteil zu vermuten.
Denn im Mutterleib ist es eng, schon für einKind, erst recht für zwei.

Es wäre nicht unlogisch,wollten die beiden einander den Platz streitig machen. Durch Boxen mit Händen und Füßen. Aber das ist offenbar die Logik von Erwachsenen. Diese ist aus diffusen Ängsten, blankem Neid, erbitterten Machtkämpfen und nackter Gewalt gespeist. Am Anfang ist es nicht so, sagen die Ergebnisse der Zwillingsforscherin. Und selbst die naive Beobachtung lehrt uns, dass ein Kind nicht aufwachsen kann, wenn es nicht vielfältige Zeichen der Zuwendung und des Willkommenseins erfährt.“

Ich bin dankbar, dass mich dieser Artikel von Josef Bruckmoser gefunden hat. Das Grundbedürfnis, einander zu suchen, jemandem zugehörig und verbunden sein zu wollen, ist in der Aufstellungsarbeit fest verankert. Im wechselseitigen Wohlwollen spiegelt sich unser Leitmotiv, in der jede und jeder, die daran teilnehmen, den jeweils anderen Menschen ein Heilmittel sind.