So wird das vergangene Schlimme durch die Gewohnheit zur Ordnung und verstellt als das innere Bild einer vergangenen äußeren Grenze den Blick auf die gegenwärtigen Möglichkeiten. Dann entwickeln wir Gewohnheiten, die wie das Gewissen wirken. Denn auch im Gewissen wird das Schauen ersetzt durch ein inneres Bild und, was schon vorbei ist, wirkt, als sei es noch da.

Als Metapher sei hier eine kleine Geschichte erzählt:

Ein Zirkus erwarb einen Eisbären. Doch da sie ihn nur zum Ausstellen brauchten, wurde er in einen Wagen gesperrt, der so eng war, dass sich der Eisbär darin nicht einmal umdrehen konnte – und so ging er immer nur zwei Schritte vor und zwei zurück.

Nach vielen Jahren hatten die Zirkusleute Mitleid mit dem Eisbären und verkauften ihn an einen Zoo. Dort hatte er ein weites Gehege zum Auslauf. Doch auch hier ging er immer nur zwei Schritte vor und zwei zurück. Als ihn deshalb ein anderer Eisbär fragte: „Warum tust du das“, gab er zur Antwort: „Weil ich das immer so gemacht habe. Es war so ein enger Wagen in dem ich eingesperrt war.“

Mag sich jede und jeder von uns fragen, mit welchen einengenden Gewohnheiten leben wir und wo liegen deren Verursacher. Mit Aufstellungen können wir sicherlich die eine oder andere Ursache aufspüren und ihres Amtes entheben.

(Quelle: Bert Hellinger „Verdichtetes“ Carl-Auer Verlag)