Ich habe den Eindruck, Maskenbälle sind seltener geworden, zumindest in Wien. Dabei wäre es eine wunderbare Therapie, sich hinter einer Maske verstecken zu können, für kurze Zeit in eine andere Rolle zu schlüpfen, spitzbübisch aus der Norm tanzen zu dürfen.

Oder tragen wir nicht ohnedies ständig die eine oder andere Maske?

Das wollen wir miteinander füreinander im nächsten Systemischen Workshop aufspüren und die eine oder andere Maske ablegen. Dazu ein Satz, der sich vor vielen Jahren mir eingeprägt hat: „Des Menschen Angst vor dem Tod ist seine Erkenntnis ein Leben gelebt zu haben, das er nicht selber war.“

An erster Stelle der fünf häufigsten Bedauern von Menschen die dem Tod nahe sind, steht: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt ein Leben ehrlich zu mir selbst zu leben und nicht das Leben, das andere von mir erwarteten.“ Sicherlich ist es lustig, befreiend und gehört zum Fasching, sich ein wenig den Narreteien hinzugeben, aber ein Leben lang Masken zu tragen, um den vermeintlichen Erwartungen Anderer zu entsprechen, hat sicherlich keinen therapeutischen, sondern eher einen krankmachenden Effekt.

Wer oder was setzt uns solche Masken auf?

Die Ursachen solch böser Maskenspiele sind uns oft nicht bewusst. Manchmal kann man sie auf ein Kindheitstrauma zurückführen. Das Kopieren von sogenannten Vorbildern, wie z.B. von Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen ist häufig ein sehr einflussreicher „Maskenbildner“. Übernommene und von der Gesellschaft als Normen anerkannte Glaubenssätze, wie z.B. mit dem Älterwerden kommen auch die Krankheiten, verlangen oft ihre von vorauseilendem Gehorsam gezeichneten besonderen Masken. Den davon betroffenen Menschen ist das Leiden förmlich ins Gesicht geschrieben, selbst wenn es vor allem dazu dienen soll, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Da wir aber in den meisten Fällen die Ursachen nicht kennen, aber die Masken, die uns hindern uns selbst zu sein, ablegen möchten, müssen wir die Ursachen finden. Denn nur was erkannt wird, können wir auch ändern. Für diese Ursachenforschung bieten sich diverse Werkzeuge aus der Systemaufstellung an. Als Informationsquellen dafür dienen dieser systemischen Arbeit das jeweils individuelle wie auch das kollektive Unterbewusstsein.

Das fünfte der fünf häufigsten Bedauern ist: „Ich wünschte ich hätte mir erlaubt glücklicher zu sein.“
Glücklich ist, wer nicht vergisst, dass leben ohne Maske vielleicht schöner ist!